NAMBOS hält Vortrag zum Thema „Foreign Branding“

mem„Foreign Brands“ sind Marken, die bestimmte Eigenschaften von Ländern und Kulturen nutzen, um dann von einem Stereotyp dieser Länder und Kulturen zu profitieren. Dabei werden z.B. Markennamen für Produkte gewählt, die mit bestimmten Ländern und Kulturen verbunden sind oder assoziiert werden. Tatsächlich stammen diese damit versehenen Waren aber aus einem anderen Land und nicht aus dem suggerierten.

Einige Beispiele für diese Möglichkeit der Markenführung und der Namenskreation sind die Marken „Häagan-Dazs“, „Jack Wolfskin“, „Desperados“ und „Montblanc“. „Häagan-Dazs“ assoziiert eine skandinavische Herkunft, ist aber eine US-Marke. „Jack Wolfskin“ ist auch nicht aus Kanada, sondern eine deutsche Marke. Das Tequila-Biermixgetränk „Desperados“ ist nur im Markennamen und in der Aufmachung spanischen/mexikanischen Ursprungs, denn es kommt aus Frankreich. Und auch beim deutschen Hersteller von teuren Schreibgeräten „Montblanc“ stimmen suggeriertes und tatsächliches Herkunftsland (Frankreich vs. Deutschland) der Produkte nicht überein.

„Diese Spielarten der Markenführung und des Naming sind nicht nur bei uns gängig, sondern aktuell auch in aufstrebenden Märkten beliebt. So werden z.B. auch in China immer mehr „westlich“ anmutende Marken angeboten, die eigentlich in China produziert werden“, so Markenexperte Peter Ströll. „Bei der Kreation von Foreign Brands muss bei der Namensfindung aber insbesondere auf Glaubwürdigkeit und Authentizität geachtet werden. Daher sind bei dieser Art der Namensentwicklung (neben üblichen strategischen und rechtlichen Anforderungen) insbesondere sprachliche Kriterien zu beachten. Sollte es nämlich in sprachlicher Hinsicht zu einem Fauxpas kommen (z.B. durch negative Bedeutungen in der Sprache des suggerierten Herkunftslandes), kann die suggerierte Markenherkunft wie ein Kartenhaus zusammenbrechen und damit die Kaufbereitsschaft völlig verloren gehen,“ so Ströll.

Auf diese Risiken verweist auch Frau Dr. Kristina Klein vom Seminar für Marketing und Markenmanagement der Uni Köln. Sie ist Wissenschaftspreisträgerin des Deutschen Marketingverbandes mit ihrem Dissertationsthema „Essays on the effects of brand names and prices on consumer behavior“.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe MC-Wissenschaft waren Frau Dr. Klein und NAMBOS-Geschäftsführer Peter A. Ströll für Fachvorträge zum Thema „Foreign Branding“ zum MarketingClub Frankfurt eingeladen. Am 29. Oktober 2013 referierte Frau Dr. Klein zu ihren wissenschaftlichen Ergebnissen und NAMBOS-Geschäftsführer Peter A. Ströll zu den praktischen Anforderungen und Erfahrungen bei der Namenskreation im Bereich der „Foreign Brands“.

This post is also available in: Englisch