Positionierung bei aktuellen Krankenhaus-Fusionen
Klinikfusion in Darmstadt: Positionierung als Fundament für den neuen Kliniknamen
Das Klinikum Darmstadt und das AGAPLESION ELISABETHENSTIFT führen ihre Häuser in einer gemeinsamen Holding zusammen. Bevor der neue Name entsteht, klärt NAMBOS in Positionierungs-Workshops, wofür die gemeinsame Marke stehen soll. NAMBOS-Geschäftsführer Sebastian Fiebig und Positionierungs-Spezialist Marc Schäfer hat den Prozess mit Gesellschaftern und Mitarbeitenden beider Häuser durchgeführt.
Ein gemeinsames Dach für zwei Kliniken
In der Wissenschaftsstadt Darmstadt wächst zusammen, was sich abgezeichnet hat. Das Klinikum Darmstadt ist der kommunale Maximalversorger Südhessens: rund 1.000 Betten im zentralen Neubau, verschiedene Kliniken und Institute. Sowie zahlreiche OP-Säle und die umfassende Notfallversorgung der Region. Als akademisches Lehrkrankenhaus verbindet das Haus Hochleistungsmedizin mit Forschung und Ausbildung.
Das AGAPLESION ELISABETHENSTIFT bringt seine Stärke mit: über 150 Jahre diakonische Tradition und die Werte des bundesweiten AGAPLESION-Verbunds. Hier stehen Vertrauen, Verantwortung, und ein Miteinander im Zentrum. Das Leitbild formuliert den Anspruch, Menschen in allen Lebensphasen individuell zu behandeln und ihnen mit Herz und Seele zugewandt zu sein.
Anfang 2026 haben die Wissenschaftsstadt Darmstadt und die AGAPLESION gAG die gemeinsame Holding gegründet. Der Zusammenschluss gilt als Vorbild für trägerübergreifende Kooperationen: Ein kommunales und ein diakonisches Haus organisieren die Gesundheitsversorgung einer ganzen Region neu.
Warum Kliniken jetzt fusionieren
Die Krankenhausreform verändert die Spielregeln. Leistungsgruppen, Mindestvorhaltezahlen und Qualitätskriterien entscheiden künftig darüber, welche Klinik welche Leistungen erbringen und abrechnen darf.
Das medizinische Konzept der Darmstädter Holding zieht daraus die Konsequenzen: eine zentrale Notaufnahme, eine gemeinsame Intensivmedizin, klar verteilte Schwerpunkte statt doppelter Fachabteilungen. Das ELISABETHENSTIFT konzentriert sich unter anderem auf Geriatrie, Psychiatrie und ein großes ambulantes Zentrum. Ziel ist eine Versorgung aus einer Hand. Für Patientinnen und Patienten ebenso wie für die Mitarbeitenden, die in größeren Teams und moderneren Strukturen arbeiten sollen.
Mit der neuen Struktur stellt sich die Frage, die jede Krankenhaus-Fusion früher oder später erreicht: Unter welchem Namen tritt das gemeinsame Haus auf?
Der Positionierungs-Vortrag: gemeinsame Grundlage für alle Entscheider
Namensfindung bei NAMBOS beginn mit der Definition der Positionierung.
„Positionierung ist unser Kompass bei der Namensfindung. Vor dem Kreativprozess analysieren wir in Workshops das Leitbild, die medizinischen Schwerpunkte und die regionale Verankerung.” Marc Schäfer, NAMBOS.
Den Auftakt bildet ein Positionierungs-Vortrag im Klinikumfeld. Marc Schäfer führt Geschäftsführung, Gesellschafter und Führungskräfte in die Logik der Markenpositionierung bei Krankenhaus-Fusionen ein:
Wofür soll der neue Verbund medizinisch und regional stehen?
Welche Erwartungen haben Patienten, Zuweiser, Mitarbeitende und Kommunalpolitik an den gemeinsamen Auftritt?
Der Vortrag übersetzt Markenstrategie in die Sprache des Krankenhausalltags. Er zeigt an Beispielen aus dem Kliniksektor, wie fusionierte Häuser die Namensfrage gelöst haben und welche Risiken unklare Positionierungen bergen. Damit entsteht die gemeinsame Grundlage, auf der alle Beteiligten die emotional aufgeladene Namensfrage sachlich diskutieren können. Erst wenn diese strategische Klammer steht, kann die die kreative Arbeit beginnen.
In Darmstadt bestand der Prozess aus drei Stufen. Ein Online-Workshop mit Unternehmenskommunikation, Kulturentwicklungs-Team und Gesellschaftern schärfte zunächst die Markenwerte und die strategische Ausrichtung. Danach folgten zwei dreistündige Präsenz-Workshops mit Mitarbeitenden. Einer im ELISABETHENSTIFT, einer im Klinikum. In gemischten Teams aus beiden Häusern arbeiteten die Teilnehmenden an derselben Frage:
Wofür soll unser gemeinsames Haus stehen?
Was die Workshops ergeben haben
Über alle Runden hinweg kristallisierten sich verschiedene Kernattribute der neuen Marke heraus: innovativ und modern, regional verankert mit integrativer Versorgung, Stabilität und Verlässlichkeit sowie medizinisch-pflegerische Exzellenz.
Bemerkenswert war die Haltung der Belegschaft. Trotz spürbarer Unsicherheit, die jede Fusion begleitet, dominierte der Wille zum Aufbruch. Die Mitarbeitenden formulierten eine klare Erwartung an den neuen Namen: Er soll die Kompetenz aus der Tradition beider Häuser transportieren, aber keine bestehenden Namenselemente aufgreifen.
Vom Workshop zum Namenspool
Die Workshop-Erkenntnisse bilden das Briefing für die Kreation. Parallel wurden die Mitarbeitenden beider Häuser eingeladen, eigene Namensvorschläge einzureichen. NAMBOS hat diese Vorschläge systematisch ausgewertet, gefiltert und per Ident-Check auf identische ältere Marken geprüft. Die tragfähigen Kandidaten wurden mit den bei NAMBOS entwickelten Namen zu einem gemeinsamen Namenspool zusammengeführt.
Was andere Klinikverbünde daraus lernen können
Der Darmstädter Prozess zeigt ein Muster, das sich auf andere Krankenhaus-Fusionen übertragen lässt. Erst die Strategie, dann die Beteiligung. Mitarbeitende früh einzubinden nimmt der emotional aufgeladenen Namensfrage die Schärfe.
„Eine Fusion verändert Strukturen, aber erst die Positionierung gibt dem neuen Haus eine Richtung.“ Sebastian Fiebig, NAMBOS.
Nehmen Sie HIER Kontakt mit uns auf!



