Erfolgs-Training Pilates, aber Naming-Misserfolg! Nicht griechisch und leider keine Marke

Pilates ist eine der bekanntesten Körpertrainingsmethoden zur systematischen Kräftigung der Muskulatur. Man könnte bei der Anmutung des Namens denken, dass es sich bei Pilates um einen griechischen Philosophen (wie z.B. Platon oder Pythagoras) handelt, der diese Methode schon in der Antike entwickelt hat. „Diese Naming-Anmutung passt jedenfalls zum theoretischen Grundgerüst und der etwas anspruchsvolleren Ausgestaltung dieser Trainingsmethode“, wie Linguist und NAMBOS-Namensentwickler Markus Lindlar meint.

Doch das Training und der Name stammen nicht aus dem alten Griechenland, sondern von einem Deutschen aus Gladbach, nämlich Joseph Hubertus Pilates (1883–1967). Er arbeitete als junger Mann als Brauerei-Gehilfe und ging 1912 nach England. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurde er als Deutscher in Großbritannien interniert und entwickelte dort ein ganzheitliches Körpertraining, und zwar zunächst für mit ihm internierte Soldaten.

Nach seiner Freilassung und einer Station in Hamburg wanderte Pilates 1926 in die USA aus. Dort eröffnete mit seiner Ehefrau ein Trainingsstudio in New York. Zunächst zählten viele New Yorker Tänzerinnen zu ihren Kunden, wodurch die einst für Männer entwickelte Trainingsmethode nach und nach eine immer weiblichere Akzeptanz bekam.

Pilates starb mit 84, doch leider hinterließ er kein Testament und auch keine eingetragenen Markenrechte zur Sicherung des Namens. Da „Pilates“ kein geschützter Begriff ist und eine einheitlich festgeschriebene Ausbildung fehlt, gibt es weltweit viele unterschiedlich arbeitende Pilates-Angebote und Trainer.

„Die unklare Situation führte zu vielen Marken-Auseinandersetzungen. Im Jahr 2000 soll eine Richterin New York jedoch entschieden haben, dass der Begriff Pilates von jedem benutzt werden darf – wie z.B. Yoga oder Aerobic. Kurzgefasst: Aus einem ausgearbeiteten System und einem durchgesetzten Namen ist eine beschreibende Bezeichnung für ein Training geworden, das jeder anbieten kann. Das fördert natürlich die Verbreitung der Methode, weil sie – ohne Lizenzzahlungen an Markenrechte-Nachfolger – durch viele Anbieter wahrgenommen und beworben werden kann“, so Markenanwalt und NAMBOS Geschäftsführer Peter Ströll.

Aus wirtschaftlicher Sicht ist dies für die Rechte-Nachfolger von Joseph Hubertus Pilates bedauerlich, denn sie können die Rechte aus dem Namen Pilates nicht mehr wirtschaftlich verwerten. Millioneneinnahmen können sie daher nicht mehr daraus ziehen.

Andere Trainingsmethoden und deren Erfinder haben im Naming mehr auf Markennamen und deren Lizensierbarkeit gesetzt. Dies ist z.B. bei den Methoden Zumba® und Less Mills® der Fall.

So wurde beispielsweise das Fitness-Konzept Zumba® vom Tanztrainer und Choreografen Alberto Pérez in den 1990er Jahren in Kolumbien entwickelt. Dabei soll die Grundidee durch einen Zufall entstanden sein. Denn kurz vor einem seiner Aerobic-Kurse fiel Perez auf, dass er die dafür normalerweise genutzte Musik zu Hause vergessen hatte. Daher holte er kurzerhand eine private Musik-Kassette mit Merengue- und Salsa-Musikstücken aus seinem Auto und setzte diese Musik im Kurs ein. Spontan passte er die Aerobic-Übungen den Latino-Rhythmen an.

Dies kam bei den Teilnehmern so gut an, dass sich daraus ein sehr erfolgreiches Fitness-Konzept entwickelte, das sich auch wirtschaftlich nutzen ließ. Denn der Name Zumba® ist eine weltweit registrierte Marke der Zumba® Fitness, LLC. Millionen Menschen weltweit schwitzen seitdem täglich zu den energetischen Latino-Rhythmen, und die Rechte-Inhaber können im Rahmen der Lizenzvergabe über die Qualität der Kurse wachen und natürlich Geld verdienen.

So gab es bereits 2013 weltweit mehr als 100.000 Trainer, die 300 Euro für die Zumba®-Lizenz bezahlt haben. Nach Schätzungen liegt zudem allein der Umsatz mit Zumbawear bei mehr als 100 Millionen Dollar.

Auch das Training-System Les Mills® ist schnell sehr erfolgreich geworden. Dieses basiert auf einem vorchoreographierten Übungsprogramm, das durch darin ausgebildete Trainer und aktuelle Musik begleitet wird. Alle drei Monate erscheint ein neues Programm mit neuer Choreografie-Ausarbeitung und Musik.

Der Diskuswerfer und Kugelstoßer Les Mills gründete 1968 zusammen mit seiner Frau Colleen das erste Les-Mills-Fitnessstudio und entwickelte mit seinem Sohn Phillip in den 1980er Jahren die ersten Gruppenfitnessprogramme, die zunächst nur in den eigenen Fitness-Studios genutzt wurden. Heute verwenden weltweit über 15.000 Fitness-Studios in 80 Ländern die Fitnessprogramme von Les Mills® und zahlen natürlich Lizenzgebühren an die Rechteinhaber.

„Aus Naming- und ökonomischer Sicht haben es die Erfinder von Zumba® und Less Mills® bei der Namensfindung richtig gemacht, denn sie haben nicht nur auf ihre Methode gesetzt und einen nicht schützbaren beschreibenden Namen (wie z.B. Latino-Tanzfitness), sondern auf starke Marken und Markenschutz. Die Namen Zumba® und Less Mills® sind im Zusammenhang mit ihren darunter angebotenen Dienstleistungen und Waren abstrakte und daher sehr gut schützbare (monopolisierbare!) Marken. Diese werden sehr erfolgreich lizensiert. Dagegen ist aus dem Namen Pilates ein beschreibender Begriff geworden, den eigentlich jeder nutzen kann. Wirtschaftlich ist der Name daher für Pilates und seine Erben nicht mehr auswertbar. Aber vielleicht war dies von Joseph Hubertus Pilates auch so gewünscht. Vielleicht lag ihm mehr an seiner Trainingsmethode und deren Nutzung durch jeden Interessierten, als an der ökomischen Abschöpfung“, so NAMBOS-Markenanwalt Ströll.

 

 

Muss ein Reiniger gut schmecken? Nein, aber sauber machen!

NAMBOS entwickelt Markennamen für unterschiedlichste Waren, Dienstleistungen und Unternehmen. Von A (wie Autos) bis Z (wie Zentrifugen im Medizinbereich) wird alles perfekt benannt. Natürlich werden dabei alle Kreationsoptionen sowie linguistischen und markenrechtlichen Überprüfungsmöglichkeiten genutzt, damit passgenaue und sicher Namenslösungen entstehen.

Die Kölner Namensagentur hat auch viele Namensentwicklungs-Projekte im Lebensmittelbereich erfolgreich betreut. Und hier gilt in der Regel die Kreations- und Auswahl-Maxime: Ein guter Name muss lecker schmecken! Denn was sich lecker anhört, das kauft man auch gerne!

Doch welche Richtschnur gilt bei Reinigungsmitteln? Geschmack? Besser nicht, denn das kann übel ausgehen! „Hier gibt es andere Leitplanken, die man bei der Namenskreation und Auswahl im Hinterkopf haben sollte. Und da kann man sagen, dass ein guter Name für Reinigungsmittel einfach „sauber“ wirken muss. Das ist das Wichtigste für ein solches Produkt“, so NAMBOS Kreationsleiter und Linguist Markus Lindlar.

Bei Reinigungsmitteln kommt es natürlich – wie bei Lebensmitteln – auf die Produktausrichtung an. Denn auch Reinigungsmittel sind unterschiedlich positioniert, und da muss der Name entsprechend sein. Alle müssen „sauber machen“, aber einige müssen „radikaler“ wirken und andere können „weicher“ sein.

So verweist z.B. die Marke Abrazo inhaltlich auf die abrasive – d.h. schleifende, reinigende, „abrasierende“ – Kraft des Produktes. Noch wichtiger als die inhaltliche Herleitung – die ohnehin nicht alle Verbraucher ungestützt erkennen – ist aber die Phonetik. Denn diese wirkt schon „aggressiv“ und für groben Schutz geeignet.

Daher passt der Markenname auch perfekt für einen Pfannenschwamm aus Stahlwolle, der schwerste Verschmutzungen und Verkrustungen (abrasiv) beseitigt. Kein Wunder, dass Abrazo als das beliebteste Reinigungskissen in deutschen Haushalten gilt und Millionen Pfannen radikal gereinigt hat. Abrazo wurde sogar 2013 als Top-Marke im deutschen Lebensmittelhandel ausgezeichnet.

Auch das Scheuermittel Ata von der Firma Henkel wirkt schon in der Phonetik und Anmutung geeignet für groben Dreck, denn mit Ata „attackiert“ man erfolgreich schlimmste Verschmutzungen. Der Name transportiert assoziativ die gewünschte – etwas „ausradierende“ – Reinigungskraft.

Wenn die Produktausrichtung jedoch nicht so auf grobe und radikale Reinigung ausgerichtet ist, kann auch der Name frischer und freundlicher wirken, wie z.B. der Geschirrspülmittel-Name Pril. So wurde Pril 1951 von der Henkel-Tochter „Böhme Fettchemie GmbH“ als erstes synthetisches Spülmittel für milden Spüleinsatz entwickelt. Denn von bisherigen Spülmitteln unterschied es sich durch den hautschonenden Verzicht auf Soda, was ab 1952 in der Werbung mit einer lebenden Ente demonstriert wurde, die im Spülwasser badete.

Auch der Markenname Fairy wirkt frischer und nicht so aggressiv. Wer möchte schon seine Hände in eine Lauge tauchen, die wirklich alles – und nicht nur Schmutz auf dem Geschirr – entfernt. Fairy warb zwar auch mit der Reinigungswirkung, aber insbesondere mit der Einfachheit und Schnelligkeit.

Bei der Marke Palmolive – was sich im Naming auch eher nach Pflanzen und Erholung anhört – ging man sogar so weit in der Werbung, dass mit der pflegenden Wirkung des Spülmittels geworben wurde. Manche erinnern sich bestimmt noch bis heute an die Werbefigur Tilly in ihrem Kosmetiksalon. Sie ließ ihre Kundinnen die Hände in dem Spülmittel zur Vorbereitung auf die Maniküre extra baden, da Palmolive die Hände angeblich sogar beim Spülen pflegte! Das muss man nun nicht wirklich glauben, aber der Name Palmolive kann das kommunikativ tragen.

 

Bei Frosch-Reinigern steht die Natürlichkeit im Vordergrund und wird auch im Namen transportiert. Diese ökologisch ausgerichteten Produkte folgen dem Credo: Schonend für Mensch, Tier und Umwelt. Genau das transportiert der Name Frosch in sympathischer Weise.

In wertiger Weise kommuniziert auch der Name Aclaris die reinigende Wirkung für ein neues Reinigungssystem von Warema. Warema ist Europas führender Anbieter für hochwertige Sonnenschutzprodukte (z.B. Jalousien und Rollladen). Natürlich müssen diese hochwertigen Produkte auch gereinigt werden. Diese müssen sauber, aber nicht durch falsche Reinigung beschädigt werden. Dies kann nur durch hochwertige Reinigungsprodukt geschehen. Weil Warema zur optimalen und wertigen Produkt- und Markt-Differenzierung im Rahmen der Namensstrategie auf starke Markennamen setzt und die Kunden nicht „irgendwelche“ Reiniger nutzen lassen will, benötigte man eine passende Marke.

Die dafür entwickelte Marke Aclaris transportiert durch die Phonetik „Klarheit“ und damit die Sauberkeit. Der Suffix „is“ wirkt dabei frisch und technisch kompetent. Dies passt optimal zu den wertigen Warema-Reinigungsprodukten. Zudem ist Aclaris nicht nur einsetzbar für ein Reinigungsmittel, sondern für ein ganzes System an Reinigungslösungen. So sorgt das Aclaris Spezialkonzentrat für eine gründliche Reinigung, und der Aclaris Imprägnierer schützt vor Nässe und Schmutz. Die Aclaris Reinigungswerkzeuge machen die Reinigung einfach.

Ein Name wie Aclaris könnte natürlich auch für andere Produkte im Naming nutzbar sein. Wäre er jetzt nicht für das Reinigungssystem erfolgreich im Einsatz, könnte er z.B. auch für ein hochwertiges Auto oder ein klares alkoholisches Getränk (z.B. einen Aquavit) geeignet sein. Im Falle des alkoholischen Getränks würde bei der Namensfindung dann auch wieder die Auswahl-Maxime „der Namen muss schmecken“ gut passen“, so NAMBOS-Kreationsleiter Lindlar.

 

Viele Learnings im Praktikum bei NAMBOS

NAMBOS hat immer wieder mal Praktikanten, die Interesse an der strategischen Marken- und Firmennamen-Entwicklung haben. Es ist ja auch ein sehr spannendes Thema, da es immer um Innovationen und wichtige Unternehmens-Entscheidungen geht.
Aus Gründen der Geheimhaltung bekommen unsere Praktikanten nicht immer alle Projekt- und Kunden-Informationen, aber dennoch können sie die Projektabläufe gut begleiten und wichtige Abwicklungs-Insights bekommen. Auf jeden Fall wissen sie nach einem Praktikum was wichtig ist bei der Namensfindung, nämlich Kreativität und sprachliche sowie rechtliche Sicherheit.
Unsere aktuelle Praktikantin Geetha hat uns sehr gut unterstützt, denn sie spricht viele Sprachen und hat ein wertvolles analytisches und lösungsorientiertes Verständnis. Vielleicht wird sie ja mal Namensfinderin oder Rechercheurin.
„Während meines zweiwöchigen Praktikums bei NAMBOS hatte ich die Gelegenheit, in die Welt der Namensentwicklung einzutauchen. Ich konnte bei der Namensentwicklung und bei kleinen Recherchen helfen. Ich wurde herzlich vom Team aufgenommen und habe viel gelernt. Vielen Dank für an das gesamte Team von NAMBOS!“

SMARTments mit differenziertem Dach-Namenssystem und neuer Wohn-Alternative

Die GBI Group ist die größte Hotel-Projektentwicklerin in Deutschland und erweitert ihr Markenportfolio. Unter der innovativen und sprechenden Marke SMARTments werden moderne und individuelle Wohnungen für Privat- und Geschäftskunden sowie für Senioren und Studenten angeboten. Die modernen – nämlich „smarten Apartments“ – findet man an vielen Standorten in Deutschland und Österreich, unter anderem in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Essen Köln, Freiburg, Leipzig, Graz und Wien. Gerade in Universitätsstädten und den größten Wirtschaftsregionen werden sie angeboten und auch stark nachgefragt.

 

SMARTments sind möblierte Apartments für moderne und individuelle Ansprüche, was insbesondere von Studierenden und Berufseinsteiger oder Projekt- und Interimsmanagern gewünscht wird. Auch in neuen Lebenssituationen mit dem Wunsch nach attraktiven Living-Konzepten bieten SMARTments perfekte alternative Wohnmöglichkeiten.

 

„Das Naming für so ein Konzept muss natürlich auch passen! Und SMARTments ist eine tolle sprechende Marke, die das grundsätzliche Wohnkonzept – also das „smarte Wohnen“ – schnell und verständlich an die Zielgruppen kommuniziert. Die Marke ist nicht elitär und kompliziert, sondern einfach und modern… smart eben! Auch wenn man nicht so gut Englisch spricht – wovon bei den meisten der anvisierten Zielgruppen nicht ausgegangen werden kann -, versteht man durch die Nutzung eines einfachen Vokabulars – wir nennen es bei NAMBOS „Simple English“ – das Angebot“, so NAMBOS-Linguist Markus Lindlar.

 

„Da die angebotenen Apartments etwas unterschiedlich in ihren Ausgestaltungen der Wohnkonzepte sind und daher unterschiedliche Zielgruppen adressieren, muss sich dies auch in der Benamung nach außen schnell verständlich abbilden. Daher nutzt man bei SMARTments für diese Differenzierungen lexikalische Begriffe, die ebenfalls in englischer Sprache sind und die unterschiedlichen Konzepte gut verständlich und unterscheidbar machen“, so NAMBOS-Geschäftsführer Sebastian Fiebig.

 

So werden unter dem neuen Markennamen SMARTments connect Apartmenthäuser angeboten, die gerade für „Young Professionals“ neue Möglichkeiten zum Co-Working und Co-Living bieten – ein Trend, der besonders bei dieser Zielgruppe beliebt ist.  Denn hier kann man sich „connecten“, also schnell mit anderen in Kontakt kommen. In der Ausrichtung connect befindet sich daher auf jeder Etage eine Community-Kitchen zur kostenfreien Nutzung, in der man sich treffen, gemeinsam kochen oder nur quatschen kann, wenn man das möchte. „Young Professionals haben ein besonderes Bedürfnis, unkompliziert Leute kennenzulernen, ohne auf einen privaten Rückzugsort verzichten zu müssen. Diese Kombination auch noch zu einem angemessenen Preis zu bekommen, ist für diese Gästegruppe besonders wichtig“, so die Kommunikation von SMARTments.

 

Weiteres Apartment-Angebot ist SMARTments business. Dies sind „Serviced Apartments“ z.B. für Geschäftsreisende. Sie bieten die optimale Wohnlösung, wenn man eine schön eingerichtete Unterkunft auf Zeit braucht. Die Apartments sind zentral gelegen. Hier bekommt man moderne Räumlichkeiten zum Wohnen, Arbeiten, Kochen und Entspannen. Hier fühlt man sich – auch wenn man beruflich irgendwo ist – einfach wohl.

 

Studenten fühlen sich dann vielleicht besser untergebracht bei SMARTments student. Sie bieten clever möblierte Apartments für Studierende oder Auszubildende und sind in Hochschulnähe. In der Miete sind alle Kosten schon drin und natürlich (und ganz wichtig!) ein gutes Highspeed-Internet.

 

„SMARTments bietet also für jeden in den Zielgruppen die richtigen Wohnangebote. Das auf die Dachmarke ausgerichtete und darunter beschreibende Namenssystem macht dies auch sehr gut klar! Hier fühlen sich die Zielgruppen passgenau angesprochen, können sich in den unterschiedlichen Möglichkeiten schnell orientieren, entscheiden und dann auch sehr wohl fühlen,“ so Naming-Experte Sebastian Fiebig.

 

Kaufdas…oder lass es besser sein! Verwechslungsgefahr bei Unionsmarken

Ein Online-Shop wollte den Namen „Kaufdas Online“ als Unionsmarke registrieren. Der EuG entschied jetzt, dass es eine Verwechslungsgefahr zwischen dem Markennamen Kaufland und dem markenprägenden Bestandteil „Kaufdas“ gibt.

Das Gericht der Europäischen Union (EuG) musste im Streit zwischen den beiden Markenbezeichnungen eine Entscheidung fällen, da die Supermarktkette Kaufland gegen die Eintragung der Unionsmarke „Kaufdas Online“ Widerspruch eingelegt hatte.

Laut EuG besteht eine Verwechslungsgefahr bei den bei­den Mar­ken, da sie u.a. klang­lich zu ähn­lich sind. Beide Bezeichnungen haben nämlich dieselbe Anfangssilbe “Kauf“ und sind damit klanglich in der ersten prägenden Silbe identisch. „Eigentlich ist die Silbe „Kauf“ im Zusammenhang mit Handelstätigkeiten beschreibend und daher nicht schutzfähig,“ gibt NAMBOS-Geschäftsführer und Markenjurist Peter A. Ströll zu bedenken.

Aber das Gericht hat das im Zusammenhang mit nicht-deutschsprechenden Zielgruppen anders bewertet. So sollen beispielsweise Südeuropäer – wie Spa­ni­er und Ita­lie­ner mit fehlenden Deutsch­kenntnis­sen – demnach die Mar­ken “Kauf­land” und “Kauf­das On­line” leicht verwechseln können, da sich für sie der Bedeutungsinhalt nicht einfach erschließt und sie Marken daher nicht klar differenzieren können.

Daher wurde die Eintragung der Marke des Internetshops “Kauf­das On­line“ als Unions­mar­ke abgelehnt.

„Den passenden und für Online-Shops im B2C oder B2B perfekten Markennamen zu finden, ist nicht einfach, da unzählige Unternehmen im Web um Aufmerksamkeit konkurrieren. Der direkte Wettbewerber ist häufig nur einen Treffer in der Trefferliste von Suchmaschinen entfernt. Zudem muss der Markenname für das eigene neue Unternehmen die gewünschten Assoziationen wecken und der Positionierung entsprechen. Außerdem sollte der Produktname oder Firmenname auch innovativ sein, ohne gleichzeitig gegen bereits existierende Markenrechte zu verstoßen. Daher muss eine Markenverletzung vor Nutzung eines neuen Namens mit einer Markenrecherche ausgeschlossen werden. NAMBOS sorgt hier für Sicherheit“, so NAMBOS-Geschäftsführer Recherche, Sebastian Fiebig.

Neue Namensregeln für das Internet

NAMBOS verfolgt das Meeting der Internet-Organisation ICANN in Hamburg

 Die ICANN (“Internet Corporation for Assigned Names and Numbers”) ist die globale Organisation, die für die reibungslose Nutzung des Internets verantwortlich ist. Sie ist quasi dessen Verwalterin und wurde im Jahr 1998 mit dem Ziel gegründet, einen einheitlichen und sicheren globalen Betrieb zu gewährleisten.

Damit das Netz richtig funktioniert – also Internetseiten bei Eingabe einer URL (z.B. www.nambos.de) auch gefunden werden – benötigt man weltweit eindeutig zuweisbare Domain-Adressen. Und genau darum kümmert sich die ICANN. Sie koordiniert die Regeln der eindeutigen Kennungen.

Hierzu gehören u.a. die Regeln für die Subdomain („www“), den Domain-Namen (z.B. Nambos) und die sogenannte Top-Level-Domain (.de, .com oder .net). Hier bestimmt die ICANN, welche Organisationen die Top-Level-Domains vergeben. So wird beispielsweise die Top-Level-Domain “.de” in Deutschland von der Genossenschaft DENIC verwaltet.

In dieser Woche findet die 78. Hauptversammlung dieser wichtigen Organisation in Hamburg statt, und hier sollen wichtige Entscheidungen fallen.

„Wie es der Namen der Organisation schon sagt, sind Namen einer der wichtigsten Bestandteile des Internets. Ohne Namen und entsprechende Internetadressen kann man nichts im Netz finden und zuordnen. Als Namensagentur verfolgen den Kongress und dessen Ergebnisse deshalb sehr genau. Denn die Namensregeln für Domains sind sehr wichtig für unsere Arbeit. Unsere Kunden benötigen häufig auch passende Domains für ihre Produktmarke oder Firmenmarke. Hier müssen wir Naming-Spezialisten auf dem aktuellen Stand sein,“ so NAMBOS-Geschäftsführer und Namensexperte Markus Lindlar.

In Hamburg soll es u.a. um neue sogenannte generische Top-Level-Domains gehen, die 2026 freigegeben werden sollen. Das neue Regelwerk soll hier verabschiedet werden. Neben der Weiterentwicklung des freien und sicheren Internets ist also die Benamung von höchster Relevanz auf dem Kongress.

 

 

 

 

 

Neue Namenssystematik bei BMW

Früher hatte BMW nur ein paar Modelle und brauchte nur wenige Zahlen. Aber insbesondere durch die größere Vielfalt an Antrieben wird BMW die Nomenklatur nun schärfen. So soll der Antrieb bald direkt in der Modellbezeichnung erkennbar sein. Mit der neuen Namensgebung ist ab 2025 zu rechnen, wenn BMW die ersten Modelle auf der Plattform der „Neuen Klasse“ – die nur noch für Elektroantriebe definiert ist – einführt.

Damit in Zukunft auch Hybride und reine Verbrenner namenslogisch angeboten werden können, bietet sich eine umfassende Namensstrategie an. „Daher hat sich BMW beim DPMA (Deutschen Patentamt- und Markenamt) 48 Modellbezeichnungen schützen lassen, die die neue Benennungsstrategie verdeutlich,“ so Markenanwalt und NAMBOS-Geschäftsführer Peter Ströll.

Bei allen Autos mit reinem Elektroantrieb wird künftig ein “i” vorangestellt. SUV-Modelle erhalten ein X. Elektrische SUVs heißen also “iX”. Die Motorleistung folgt dann mit einem dreistelliger Zifferncode. Verbrenner tragen nur diese Zahlenkombination ohne Buchstaben-Präfix.

Ein iX340 ist also ein SUV mit elektrischem Antrieb. Ein X340 ist der entsprechende Verbrenner. Bei den Performance-Modellen (M) wird wohl nicht zwischen Elektro und Verbrenner unterschieden.

Dazu Naming-Experte Ströll: „BMW bleibt in seinem Namenssystem, welches logisch und konsequent ist. Allerdings können Zahlen und Buchstaben nicht so gut Emotionen transportieren. Dies war im eigenen Konzern z.B. mit Isetta leichter möglich. So erinnert man sich noch nach Jahrzehnten gerne an dieses Modell. Aber wer erinnert sich schon an einen 1600, den es auch mal gab. Zudem sind Zahlensysteme auch bei vielen anderen Herstellern (Audi, Peugeot, Mercedes) zu finden, was zu Verwechslungen führen kann.“

Neue Namen für Konzerne: Naming auf höchstem Unternehmens-Niveau

Aus Total wird TotalEnergies. Umbenennung mit Strategie.

Einer der größten Ölkonzerne – nämlich Total – hat seinen Namen geändert. Dabei ist der Oberbegriff „Öl“ – der bei der Gründung 1924 des französischen Unternehmens „Compagnie française des pétroles (CFP)“ noch innovativ und prägend war – sicherlich nicht mehr vom Unternehmen gewünscht und vielleicht in Zukunft auch nicht mehr treffend. Denn mit dem neuen Namen TotalEnergies möchte das Unternehmen sich transformieren und dies mit dem neuen Namen – nebst Logo in Regenbogenfarben – nach außen kommunizieren.

Das neue Multi-Energie-Unternehmen

Die Umwandlung in ein Multi-Energie-Unternehmen ist mit der Namensänderung damit auf höchster Markenebene angekommen. Name und visuelle Identität sollen den neuen Kurs sofort erkennbar machen. So führt der Chairman und CEO von TotalEnergies Patrick Pouyanné auch dazu aus: „Um angesichts der klimatischen Herausforderung einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des Planeten zu leisten, bewegen wir uns heute gemeinsam in Richtung neue Energien. Energie erfindet sich neu und diese Energiereise ist unsere. Unser Ziel ist es, ein wesentlicher Akteur der Energiewende zu sein. Deshalb wandelt sich Total und ändert seinen Namen zu TotalEnergies”.

Auf Namen sollen Taten folgen

Bei der Kommunikation soll es aber nicht bleiben. So will der Konzern etwa bis zum Jahr 2030 bei den Erneuerbaren Energien eine Leistung von 100 Gigawatt erreichen. Zudem zeigt man im Bereich der Elektromobilität Initiative. TotalEnergies will allein in Amsterdam 2.200 weitere Strom-Ladepunkte installieren.
Ist das nun Greenwashing durch Naming oder ein nachhaltiges Umschwenken? Klar ist, dass Ölkraftstoffe kontrovers diskutiert werden. Auch die Politik scheint Alternativen zu bevorzugen. Und auch die Gerichte – die kürzlich u.a. den Ölkonzern Shell zu weniger CO2-Ausstoß verurteilt haben – machen eine Richtung deutlich: Weg vom Öl, hin zu alternativen Energien. Wichtig ist nun für TotalEnergies, dass der Change sich auch tatsächlich und erkennbar vollzieht.

Der Name ist ein Statement

„Genau die Ambition macht der neue Name deutlich“, so Markenexperte und Geschäftsführer der Naming-Agentur NAMBOS Markus Lindlar. „Denn die Energie – die aus unterschiedlichen Ressourcen gewonnen und zur Verfügung gestellt wird – steht im Vordergrund, nicht das aktuell negativ bewertete Öl. Die Beibehaltung des bekannten und prägenden Bestandteils Total ist richtig, denn Total verfügt über eine hohe Bekanntheit und damit einen großen Markenwert. Durch die Kombination mit dem schnell verständlichen Zusatz „Energies“ und das neue Logo wird die Neuausrichtung schnell deutlich und liefert eine einfache Kommunikationsgrundlage für den Change-Prozess des Konzerns“, so der professionelle Namensfinder.

„Die Beibehaltung des Namens Total macht auch aus markenrechtlichen und ökonomischen Gründen Sinn“, wie NAMBOS-Markenanwalt Peter A. Ströll weiß, „denn die Entwicklung, Prüfung und die Durchsetzung eines völlig neuen Namens – der den Change-Prozess vielleicht noch deutlicher gemacht hätte – ist aufwändig und immer mit Risiken verbunden. Eine solche vollständige Lösung vom alten Namen macht nur Sinn, wenn dieser Name – durch welche erheblichen (!) negativen oder Umstände auch immer – nachhaltig „verbrannt“ oder strategisch nicht mehr tragfähig ist.“

Ähnliche Konzerne, ähnliche Strategien

BP ist diesbezüglich schon vor längerer Zeit einen ähnlichen Weg gegangen, wenn auch auf nach außen in nicht so schnell erkennbare Art und Weise. Denn früher stand BP für „British Petroleum“. Wegen der Fusion mit dem amerikanischen Konzern Amoco wurde schon vor über 20 Jahren das Adjektiv „british“ aus dem Firmennamen getilgt. Zudem wollte man sich für andere Energien öffnen und „sauberer“ positionieren, weshalb BP seitdem für „beyond petroleum“ – übersetzt: „jenseits des Öls“ steht. Zudem setzte auch BP auf ein neues Logo, das eher an eine Sonne oder Sonnenblume erinnert.

Der norwegische Öl- und Gaskonzern Statoil hat seinen Namen vollständig geändert und seit 2018 kein „Öl“ mehr im Namen. Mit der Namensänderung zu Equinor soll die „Strategie und Entwicklung des Unternehmens als breites Energieunternehmen“ gestützt werden, wie der Konzern bei der Einführung des neuen Konzern-Namings mitteilte. Die Ersetzung durch einen völlig neuen Namen ist natürlich das radikalste Mittel und bietet dadurch aber natürlich einen ganz neuen Ansatz.

Die Strategie der Namensänderung ist – in unterschiedlichen Ausprägungen (von der neuen Herleitung bei BP, der Hinzufügung eines neuen Begriffs bei TotalEnergies und der Nutzung eines völlig neuen Namens bei Equinor) ist also nicht neu, und TotalEnergie setzt mit dem neuen Namen und dem Logo ein starkes Signal. „Nun muss das Unternehmen diesem Signal auch folgen und entsprechend seines kommunikativen Versprechens handeln. Denn das ist auch wichtig: Man muss halten was man verspricht. Sonst schadet man seiner Marke“, so Markus Lindlar von NAMBOS.

Strategien bei Markennamen im Medizinbereich

Die Naming-Spezialisten von NAMBOS haben unter dem Titel “Vorsprung durch Naming: Medizinische Innovationen richtig vermarkten” einen spannenden und informativen Artikel für das Fachmagazin DeviceMed geschrieben. Sie finden den Artikel in der Print-Ausgabe der DviceMed oder HIER.

DeviceMed ist DAS Community-Medium für Entscheider in der Medizintechnikindustrie und berichtet in den Ressorts Konstruktion, Fertigung und Management über alles Wissenswerte zur Herstellung von Medizinprodukten.

Hier ein kleiner Auszug aus dem Artikel:

“Ob „M-Health“ oder „Internet of medical Things“ (IomT): Der Medizinmarkt ist im Umbruch und legt insbesondere in Digitalisierung und Technik eine Dynamik vor wie kaum eine andere Branche. Rasante Innovationszyklen und ein wettbewerbsintensives Umfeld – auch getrieben durch branchenfremde Anbieter – machen eine schnelle und effektive Vermarktung von Neuentwicklungen notwendig. Über Erfolg oder Misserfolg von innovativen Produkten und Anwendungen kann schon der Name entscheiden, besonders im Medizinprodukte- und OTC-Bereich. Doch bei der Namensfindung gibt es einiges zu beachten.”